Es geschah vor nun mittlerweile doch einigen Wochen, als ich mich in meiner Theorie der Nähe zwischen Bar und Theater bestätigt fühlte. Ein bis dato unbekannter Gast, wie sich herausstellte, mit sehr gewähltem Trinkverhalten, spendete, nach dem Genuss mehrerer Drinks und Begleichen der Rechnung, spontan Applaus. Etwas irritiert von der doch nicht alltäglichen Situation, fiel mir nichts besseres ein, als mich vor ihm zu verbeugen und ihm Dank zu bekunden.
Als ich dann doch dezent wagte nachzufragen, was ihn denn zu dieser ungewöhnlichen Huldigung hingerissen hatte, antwortete der Herr souverän, dass er gerade eine (in seinen Augen) miserable Theaterinszenierung besucht hätte und sich noch wenig Applaus “aufgespart” habe, den er nun “für die gelungenere Inszenierung gerne verwendete”. Ein schöneres Kompliment habe ich selten zuvor in meinem Leben erhalten.
In diesem Sinne Applaus an diesen Gast, der mir mal wieder offenbarte, wie schön und befriedigend mein Beruf eigentlich ist.
Hannes
Hannes, willkommen in meiner Welt!
Mein Applaus zählt nicht, Herr Beier… Aber prinzipiell schön da.